• ZEMENT GIESSEN

    Folge 8: Kitsch I

    Nach dem großen Erfolg ihrer Muskelfolge wollen Marlene und Hannes natürlich gleich wieder eine Themenfolge aufnehmen. Diese Woche ist das Thema KITSCH.

    Doch als sie die Geigen schon gestimmt und das Feuer unter dem Kochtopf der Gefühle bereits entzündet haben, betritt Joy Denalane den Podcast und sagt: Na? Ihr Arschgeigen?

    Marlene und Hannes verlassen das kleine Künstlercafé in Stuttgart sofort völlig überfordert.

    Wären sie doch geblieben!

    Dann hätten sie Joy Denalane sagen hören:

    „Der Schritt, den ich auf die Leute zumache, ist der Schritt, den sie sich von mir entfernen.“

    Stattdessen kommen wir nach langer Fahrt über Vaihingen, Mannheim, Worms und Mainz wieder zu Hause, im Theater, an. Doch statt hier, wie sonst, „Tartuffe“, das geile Stück des französischen Dramatikers Jean-Baptiste Molière zu spielen, finden wir die Wohnung von der Untermieterin auf den Kopf gestellt, unser Zuhause ist nicht mehr unser Zuhause, die Welt ist aus den Fugen —

    Genervt oder irritiert?

    Aufgeregt oder beleidigt?

    Um sich abzulenken von all dem Stress öffnet Hannes das Internet, doch heute ist von euch leider keine Nachricht gekommen. Um, genervt, wie sie ist, wenigstens ein wenig Luft zu bekommen, reißt Marlene das Fenster auf zur Welt

    SKANDALE

    MODELS

    MONSTERGIRLS DES MONATS

    SO WILD TREIBT ES DER PROMINACHWUCHS

    VÖGEL – KRÄHE ODER RABE

    In der Kategorie WAS MACHT MAN DANN, erzählt Marlene vom Besuch des Spielfilms „Sterben“. Den sich Hannes nicht anschauen wird. Dann muss er eben stattdessen einen schlechten Tennisfilm sehen gehen.

    Wir unterhalten uns auch über Sachen, die wir nicht unterstützen.

    Was macht man dann, wenn man nicht weiß, wohin mit sich?

    Marlene gründet die Interior-Design-Beratungsfirma „Falsch und Seltsam“.

    Hannes verletzt sich am Fuß und räumt drei Tische vom ersten in das zweite Zimmer. 

    Wenn ihr irgendwo zur Untermiete wohnt, dann räumt alles um, und verleiht doch auch gerne alles, was euch nicht gehört, am Ende holt aber alles wieder zurück und räumt alles wieder da hin, wo es war!

    Fasst euch ein Herz, wo ihr ein Herz vermutet! 

    Mut zum Moment!

    Was geht denn ab?

    Gibt es essbare Blumen?

    Ist Kitsch ein Umgehen der oder ein Umgang mit der Realität?

    Muss man Podcasts mit einem Mieder hören?

    Am Ende beschließen wir nach vielen frischen Ausflüchten, schönen Abschweifungen und lieben Ablenkungsversuchen die Ausdehnung der Kitschfolge auf die KW 20.

    Mia C. aus R. hat inzwischen Marlene eine App empfohlen, mit der sie ihre Zeit am Handy regulieren kann. Vielen Dank! Und ein wichtiges Familienmitglied richtet sich mit einer neuen Frage an die Zement-Giessen-Community:

    WOHER KOMMT MARLENES EINRICHTUNGSSTIL?

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    Joy Denalane und Max Herre im „Feelings“-Podcast:

    https://podcasts.apple.com/de/podcast/joy-denalane-und-max-herre-das-studium-des-lebens/id1651448841?i=1000654224465

     

    Folge 7: DIE GROSSE MUSKELFOLGE

    Zwei Tage nach dem Tag der Arbeit kommt hier DIE GROSSE MUSKELFOLGE.

    Mit Muskeln wird nicht nur Arbeit verrichtet. Mit Muskeln wird nicht nur bewegt. Mit Muskeln wird auch entspannt. Mit Muskeln wird auch einfach nur still dagesessen.

    Hannes war in Hessen und in Essen und hört beim Frühstück in Hamburg einen Juristen sagen, dass ihm seine Fälle in Kassel jährlich ein HINTERGRUNDRAUSCHEN VON 150K einfahren.

    Die Engel der Unschuld fragen:

    Meer oder Berge?

    Wein oder Bier?

    Club oder Bar?

    MMF oder MMA

    oder FFM

    oder FFH?

    Marlene sagt, beim Weinen werden 17 Muskeln gebraucht. Beim Lachen auch. Aber andere.

    In der Rubrik DAS GROSSE GESPRÄCH ÜBER DIE ZUKUNFT lesen wir den Inhalt von Hannes’ Computer der letzten 20 Jahre vor.

    Marlene schreibt den GROSSEN LUDWIGSBURGROMAN.

    Die Luft duftet nach Honig.

    Wir betreten wenig unterfüttertes Terrain.

    Halbwahrheiten verwandeln sich in Walderdbeeren, und Judith und Lea vom Studiengang Sprechkunst erklären uns am Tag des Revolutionären 1. Mais: 

    Beim TASCHENFLATTERN werden die Taschenfalten, die über den Stimmlippen sind, zusammengezogen und muskulär angesteuert.

    Der Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte von Neukölln (Eduard Mörike).

    Der Mann von Sarah Connors Schwester ist Bushido. Knackend löst sich in seiner Brust der Muskel seines Herzens.

    Warum lachen, wenn man weinen kann?

    Wer aus Versehen Sport macht, denkt auch über Muskeln nach.

    In Ludwigsburg fallen gelassene Geschichten werden automatisch verfilmt durch die Natur.

    Jeder Muskel in deinem Körper hat einen Ansatz und einen Ursprung.

    Würmer sind wie Nacktschnecken ein einziger Muskel.

    Das Herz arbeitet, solange man lebt.

    Zum Schluss dann kommen die muskulösen Tiere als Parade um die Ecke: Geparden, Kamele, Libelle, Elefanten, Faultier, Regenwurm, Schnecke. Und ein Zwergkänguru springt in die Hecke.

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    Folge 6: Schnecki

    Die schwere Folge. Die unbehauste Folge. Die anzügliche Folge. Die weinerliche. Die wehe. Die wehende Folge.

    Marlene und Hannes reden über künstlerische Selbstvermarktung und vergleichen die künstlerische Selbstvermarktung für Schauspieler*innen und für Schrif, die künstler, f, die küns, die k

    Die künstlerische Selbstvermarktung für Schauspielerinnen und die künstlerische Selbstvermarktung für Schriftstellerinnen.

    Zentnerschwer ist diese Folge. Was ist denn mit denen los? Wir wissen es auch nicht. Dabei sind wir die doch!

    Mal denke ich es geht gut und ich mache alles verdammt richtig, und dann stimmt wieder gar nichts, absolut gar nichts.

    Hannes hat nur zwei Stunden geschlafen. Er sitzt im Zug und schreibt die Beschreibung für die sechste Folge des Podcasts. Er kann sich nicht konzentrieren.

    – Wir haben sofort eine Rückrufaktion gestartet.

    – Wo bist du Schauspielerin?

    – Du hast gesagt, du bist aus Hessen. Und den Eindruck erweckt, du bist stolz darauf.

    – Ich bin eins von neun Geschwistern.

    – Du bist Maler?

    – Aber nicht beruflich.

    Hannes weiß: Wer Texte schreibt, kann sich nicht hinter den Texten verstecken, sondern muss sich neben, hinter, vor die eigenen Texte stellen.

    Marlene rät: Bei Kummer kann es helfen, für den Kummer ein Bild oder eine Metapher oder eine Allegorie zu finden.

    Nur weil man mal mit dem falschen Bein aufsteht, bedeutet das nicht, dass man gar nicht mehr aus dem Bett aufstehen soll.

    Es gibt großartige Fotografien, es gibt aufregende Hintergründe, es gibt krasse Outfits.

    Ein eleganter Mantel, ein schleimiges Tüllröckchen, ein kleiner Zylinder: Das alles ist nicht unwahrscheinlich.

    Und auch wer kein Italienisch kann und keinen Sport treibt, kann ein verdammt guter Schauspieler sein.

    Die drei Dimensionen der künstlerischen Selbstvermarktung sind: Sich nach dem Markt richten, sich über die Kunst definieren, sich an sich selber wenden.

    Was sind geile HEADSHOTS?

    LK? GV? Oder GT?

    Und wie kann ich mir 1 ZUBROT verdienen?

    Am Ende kann man sich Rat einholen von fachkundigen und/oder geschätzten Leutis.

    Wenn diese Folge am Ende nur zwei Leute hören, ist es wirklich in dem Fall in Ordnung. Wenn diese Folge mehr Leute hören: umso geiler.

    Am Ende wird noch alles rausgehauen, werden Ankündigungen gemacht, Versprechen abgegeben:

    Es kommt das Gespräch über Papageien im Theater.

    Die Große Muskel-Folge kommt.

    Es kommt die Feature-Folge zu dem Thema:

    Was macht man, wenn die Freundis Kinder kriegen und man selber nicht?  

    Und ganz zum Schluss eine gute Nachricht:

    Der Vogel von Hannah S. aus B. ist jetzt Hörer des Podcasts.

    Samir Sellami über Carolin Amlinger „Schreiben“ und eine kleine Soziologie des Schriftsteller*innen-Glücks:

    https://www.soziopolis.de/ein-literatursoziologischer-kraftakt.pdf

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    Folge 5: Rue des Cévennes

    In dieser neuen Folge des Gourmet-Podcasts ZEMENT GIESSEN geht es ums Reisen, Träumen und die Zukunft.

    Hannes isst einen Käse und träumt von einem schrecklichen Stuhl am Sunset Boulevard, dem Boulevard der Dämmerung. Im Podcast erzählt er davon. Marlene reist von London nach Ludwigsburg und hofft 14 Stunden lang auf einen Croissant in der Rue des Cévennes. In der neuen Rubrik „Das Grosse Gespräch über die Zukunft“ schauen wir heute auf das Fernsehprogramm von gestern.

    MACH DEINE STIMME ZU GELD

    ERHEBT EURE STIMME

    SIND STIMMEN KÄUFLICH?

    WAS IST DER UNTERSCHIED ZWISCHEN „DÜRFEN“ UND „SOLLEN“?

    GEHT DAS IN EINER DEMOKRATIE?

    Wir haben in dieser Folge weder Antworten noch Fragen. Geben und stellen aber doch einige davon. Wir diskutieren die Möglichkeit eines Meditationsretreats bei eingeschaltetem Handy und vollem Lohnausgleich. Wir gehen einem Gerücht nach, dass Schauspieler*innen ihre Stimme für 18.000 Euro verkaufen können, damit „sie“ dann damit machen können, was „sie“ wollen.

    Wer sind „sie“?

    Was wollen „sie“?

    Was machen „sie“ als nächstes?

    Marlene überlegt, für den Podcast ihre Stimme zu verkaufen. Hannes verschenkt ein Buch mit zwei Eselsohren. 

    Das muss verhindert werden!

    Natürlich eh nur wer kann und mag. Und die, die nicht können, sollten auch nicht. Und ansonsten muss auch niemand. 

    Früher waren viel mehr Tiere auf der Bühne, erzählt Marlene.

    Der Podcast ist das Check-In des Lebens.

    Und wie geht’s dir? Auf beiden Füßen (Clemens Brentano)

    Die Aufnahme läuft.

    Das Frühjahr ist gekommen.

    Jetzt auch mit Musik!

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    Folge 4: Herzbusch

    Triggerwarnung: An einer Stelle in dieser Folge werden Aufführungen sexualisierter Gewalt im Theater erwähnt. Wenn ihr das nicht gut hören könnt, dann überspringt diese Stelle ab Minute 22 und hört ab Minute 24 weiter.

    Der Aufstieg einer jungen Frau von der jugendlichen Detektivin zur Königin der Transparenz. Das Ringen um Privatsphäre und beruflichen Rat. Die Umschulung eines Ex-Präsidenten zum Theaterübersetzer.

    Diese Folge ist unter schwierigen Bedingungen entstanden: Zwischen zwei Sätzen sind bis zu zwei Stunden vergangen, in denen kein Wort gesagt wurde. Der Grund? Marlene musste bei Ursel im schönsten Haus in Schorndorf richtig leckeren Prosecco trinken. Außerdem gab es Mozzarella. Oliven. Ofengemüse. Getrocknete Tomaten. Und frisches Brot vom Markt.

    Während Marlene, inzwischen längst wieder woandershin unterwegs, die Folge schneidet, wartet Hannes an einem unbekannten Ort in Brandenburg, den er nicht verrät, dass die Aufnahme weitergeht. Soviel sei aus Transparenz verraten.

    Marlene erzählt, wie sie eine Schülerin der METHODE geworden ist, eine Schauspieltechnik, die besagt, dass unsere Erfahrungen in unseren Muskeln gespeichert sind. Mithilfe einer STUHLENTSPANNUNG können diese Erfahrungen abgerufen werden und bei der Arbeit am Set oder auf der Bühne Verwendung finden.

    Hannes hatte ein Vorstellungsgespräch und fragt Marlene: Wie laufen Vorstellungsgespräche für Schauspieler*innen ab?

    RELAX, FOCUS, OBSERVE, das sind die drei Kriterien für das Method Acting.

    Wenn ein Herz einmal bricht, dann wächst es nicht wieder zusammen. Es wächst ein neues nach.

    Im Deutschen kommt das Verb oft spät im Satz, fällt Hannes ein.

    Theater und Film sind zwei unterschiedliche Wirkmechanismen, erklärt Marlene noch.

    Und dann passiert etwas, das wir so nicht geplant hatten.

    ZEMENT GIESSEN wird zum Präsidentenpodcast.

    Erst verwechseln Marlene und Hannes den Podcast von Kate Bush und George W. Bush mit dem Podcast von Karl-Theodor zu Guttenberg und Gregor Gysi. Dann erfährt Donald Trump, dass Elfriede Jelinek ein Theaterstück über ihn geschrieben hat, das Theaterstück AM KÖNIGSWEG. Er beschließt, dass nach seiner Wiederwahl zum Präsidenten der USA das Stück der Nobelpreisträgerin im Weißen Haus aufgeführt wird. Da er wegen seiner deutschen Wurzeln die deutsche Sprache in sich vermutet, wird er den Text selbst übersetzen. Da er ein vorsichtiger Mann ist, holt sich Donald Trump jedoch vorher Rat bei einem professionellen Theaterübersetzer. Seine Wahl fällt auf Hannes.

    Donald Trump fragt: Wie übersetzt man ein Stück?

    Marlene liest ein Zitat über das Glück.

    Am Ende mussten wir schneiden.

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